Berlinspiriert Blog: Interview mit mir selbst oder: Der Berlinspiriert Relaunch

Berlinspiriert Blog: Interview mit mir selbst oder: Der Berlinspiriert Relaunch

Lange suchte ich nach den richtigen Worten, um zu formulieren, was ich im Folgenden zu sagen habe, denn irgendwie dachte ich, ich bin es euch und mir selbst schuldig ein paar Worte zu meiner aktuellen (Blog) Situation zu schreiben.

Seit 2010 habt ihr mich online begleiten und miterleben können, wie Berlinspiriert in den letzten Jahren innerlich gewachsen ist – so wie auch ich gewachsen bin. Gemeinsam haben wir unsere Stadt, unsere Vorlieben und uns selbst entdeckt.

Buchstabensalat_By Amador Loureiro

In den letzten Jahren habe ich viel erlebt. Ich habe viele tolle Leute und ihre spannenden Geschichten kennengelernt. Ich habe viel gelernt & mich weiterentwickelt. Aber das gilt eben auch für mein Blog, mein Baby, mein Berlinspiriert. Noch kann man es von außen nicht entdecken, aber hinter den Kulissen brodelt es schon heftig in der Blogger- und Programmiererküche.

Was anfangs als semi-private Sammelstelle für meine eigenen kreativen Ergüsse, Texte und Veröffentlichungen diente, um stolz einen Link zu Leseproben in meine Bewerbungen schreiben zu können, entwickelte sich über die Jahre zu einem lokalen Blog mit urbanem Kunstfokus und mit wachsender Leserschaft.

Buch_By Padurariu Alexandru

Doch wie es in jeder Pubertät nun einmal ist, weiß man erst nicht so genau, wohin die Reise überhaupt geht. Man muss sich und seine Grenzen risikofreudig austesten, ein wenig experimentieren und lernen, was man vom Leben möchte. Und so sieht Berlinspiriert auch momentan aus – ein Wirrwarr an Texten, eine verwirrende Navigation, Chaos, welches sich in den letzten Jahren angesammelt hat und in der virtuellen Kiste mehr oder weniger verstaubt. Und wie ein alter Dachboden, muss auch Berlinspiriert aufgeräumt und umgestaltet werden.

Dank Berlinspiriert weiß ich nun ein bisschen besser, was ich von meinem Leben erwarte und wie ich, Schritt für Schritt, erreichen kann, was ich mir vorgenommen habe. Man könnte sagen, ich wäre fast ein wenig erwachsen(er) geworden. Und das ist auch Berlinspiriert.

Sitting_Waiting_Wishing_By Camila Damásio

Deshalb ist es mir wichtig, dass Berlinspiriert wieder mehr zu dem wird, was es ist und immer sein sollte: Sammelstelle für digitale Texte, Erinnerungen und Photos und Informationsplattform für Kreative mit einem Berliner Beigeschmack. Von innen und außen. Von Adlershof über Charlottenburg bis Zehlendorf.

Sicher habt ihr euch in der letzen Zeit schon gefragt, warum es immer wieder Änderungen in den Kategorien oder im Layout gab, auch immer weniger Beiträge sind in den letzten Tagen auf den Kanälen von Berlinspiriert erschienen. Doch das hat seinen Grund.

Das liegt nicht daran, dass ich keine Lust mehr habe, oder das „Blogger Business“ an den Nagel hängen will. Das liegt daran, dass ich – neben Studium und Job – nun meine knappe Freizeit, in der ich sonst blogge, für ein mir sehr wichtiges Projekt einsetze. Der Berlinspiriert Relaunch.

Über die letzten Jahre brachten sich immer mehr Freunde und Bekannte bei Berlinspiriert ein und unterstütz(t)en mich als Autoren, Grafiker, Fotografen und andere „Irgendwas mit Medien“-Menschen mit ihren Ideen und Beiträgen. Dadurch entstand das weit gefächerte Berlinspiriert-Netzwerk.

Das heißt, dass es mittlerweile mehrere Menschen bzw. Autoren bei Berlinspiriert gibt, die den Blog mit ihren Fotos und Berichten bereichern. Damit ihr diese in Zukunft besser auseinanderhalten könnt, wollen wir die Autoren mehr in den Vordergrund rücken, damit ihr wisst, von wem genau unsere Beiträge kommen, und gleichzeitig das Profil der „Marke“ Berlinspiriert schärfen. Das einfache Ziel des Relaunch ist es, unseren Content auszubauen und aufzuhübschen, damit Berlinspiriert weiter wachsen kann.

Dont-just-stand-there-By Jeff Sheldon

Wir wollen unsere Domain natürlich behalten, euch aber eine klareren Struktur liefern, damit ihr euch besser in unserem Berlin zu Recht findet und eine bessere Übersicht über unsere Autoren, deren Beiträge und alle Kategorien schaffen, damit ihr auch genau das auf Berlinspiriert findet, was euch interessiert.

Allerdings liegt bis dahin noch eine Menge Arbeit vor mir und meinen mehr oder weniger festen Redakteuren. Deshalb bitten wir euch in der Zwischenzeit um ein bisschen Geduld, eure weitere Unterstützung für den Relaunch und euer Feedback.

Ein paar ausgewählte Beiträge werden wir hier und da aber dennoch weiterhin veröffentlichen, damit euch bloß nicht langweilig wird, bis es dann unter gleicher Domain aber neuem Design weitergeht!

Wenn wir zwischendurch ein paar Minuten Zeit haben, feilen wir aber natürlich schon an weiteren Beiträgen, Bildern und Berlin-Geschichten, damit wir euch schnellstmöglich wieder über Neues und Altes, Hippes und Schickes, Dreckiges und Meckriges mit Berliner Charme informieren können.

computer_By Galymzhan Abdugalimov

Weitere Infos über den Stand vom Relaunch erfahrt ihr regelmäßig auf der Facebookseite von Berlinspiriert oder dem Berlinspiriert Twitter Account.

Was hat euch bisher gefallen? Was hat euch gar nicht gefallen? Was möchtet ihr auf dem neuen Berlinspiriert Blog sehen? Was geht gar nicht?

Berlinspiriert Photo: Bei schönstem Wetter habe ich mich mit…

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Berlinspiriert Photo: Bei schönstem Wetter habe ich mich mit den urbanen Nomaden von @KANCHAdesign getroffen! 💙✌ instagram.com/p/38qhzJJRUv/

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Den ganzen Beitrag inkl. Gewinnspiel gibt es auch schon online! Klickt doch mal rein.

Neues aus Berlin: Die Rakete Berlin

Neues aus Berlin: Die Rakete Berlin

Ein neuer Artikel von mir ist online und nein, nicht auf Berlinspiriert, sondern auf einer anderen Berliner Internetseite: Rakete Berlin. Das noch junge Blog „Rakete Berlin“ beschäftigt sich mit der Berliner Startup Szene, deshalb handelt mein dort veröffentlichter Artikel natürlich auch von Berliner Startups. Das Blog wird zunehmend mit spannenden Artikeln rund um das Thema aufgefüllt und sicher werden auch noch ein paar Artikel von mir dort landen. Also dran bleiben und vorbei schauen! 🙂

Hier der Screenshot zum Artikel. Wenn ihr auf das Bild klickt, gelangt ihr automatisch zum „Rakete Berlin“ Blog:

 

 

 

 

 

 

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Inspired by:

Rakete Berlin

Die Berliner Jöre

Die Berliner Jöre

Dit is die Berliner Jöre…
mit der Berliner Schnauze,
wenn ick dit schon höre,
graut´s mir – glaubste?

Wat macht Berlin denn aus,
all der Lärm und dit Jetöse,
strömts aus allen Mäulern raus,
dit mein´ wa doch nich böse!

Aber allet is dit nich,
wir ham noch mehr zu bieten,
und wat? Dit globste nich?
Dann komm doch einfach kiecken!

Zwei – Ein Gedicht

Zwei – Ein Gedicht

Ich trag 2 Herzen in der Brust.
Das eine sagt: Du kannst nicht.
Das andere sagt: Du musst!

Ich trag 2 Seelen in mir.
Die eine sagt: Du und ich.
Die andere sagt nur: WIr.

Ich trag 2 Köpfe mit herum.
Der eine sagt (mir): Romantisch.
Der andere sagt mir: Dumm!

Auf was soll ich nun hören;
sag es mir!
Ich würd´s nicht beschwören;
glaub ich dir nun,
oder mir?

 

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Inspired by:

Berlinspires

Woher willst du das wissen?

Woher willst du das wissen?

Woher willst du wissen,
dass das, was es ist,
wirklich Liebe ist?

Woher willst du wissen,
dass du es bist,
den sie küsst?

Woher willst du wissen,
dass Liebe das ist,
was das hier ist?

Woher willst du wissen,
dass sie es ist,
die du küsst?

Ich kann nicht wissen,
dass das ist,
was Liebe ist.

Ich kann nur wissen,
Ich werd sie vermissen,
wenn sie es nicht ist.

By @berlinspires

Berlins Wunderkammer im Chamaeleon Theater

Die „Wunderkammer“ von Berlin im Chamaeleon Theater
Ein Wunder-Kammer-Abend

Chamaeleon_Theater

Chamaeleon_Theater

Bereits im letzten Jahr wurde ich von einer überaus freundlichen Dame angeschrieben, die mich per Mail auf das Chamaeleon Theater in Berlin aufmerksam machte, welches ich – zugegeben – vorher noch nicht kannte. Durch ein paar nette Mails, etwas Hin-und Herschreiberei, kam es dazu, dass ich ins Chamaeleon Theater eingeladen wurde – zu einer Vorstellung, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Der im Jahre 2004 liebevoll sanierte Ballsaal aus dem das Chamaeleon Theater besteht (natürlich plus zusätzlicher Bar), beherbergt wirklich eine wahre „Wunderkammer“!

 

Die Wunderkammer

Die Wunderkammer

Seit Juli 2011 (und erstmalig in Europa) versetzt die australische Erfolgskompanie „C!RCA“ die Berliner Zuschauer abwechselnd ins Lachen und Staunen, indem sie das Chamaeleon Theater selbst zu einer  „Wunderkammer“ machen.

Durch Artistik, Tanz, Burlesque und Erotik, aber hauptsächlich Talent, zaubern die sieben Zirkusartisten ein unglaubliches Spektakel auf die Bühne. Humor und Komik dürfen bei solch umfangreicher Darstellung natürlich nicht fehlen und so bemüht sich die Truppe nach immer wiederkehrenden Schrecksekunden die Stimmung durch fast schon komödiante Einlagen zu erheitern.

spot on!

spot on!

Mit hoher Geschwindigkeit kreiert „C!IRCA“ ein Bild nach dem anderen mit den eigenen Körpern, begleitet von Musik, Licht und Special Effects. Überraschendes wird möglich gemacht und sieht dabei so schwebend leicht und elegant aus. Die Zuschauer werden in einem Mikrokosmos voll Spannung und Witz eingefangen und werden nur durch die kurze Spielpause wieder in die Realität zurückgeholt, in der die Mitarbeiter des Variete Theaters den Gästen Speisen und Getränke servieren. Während der Vorstellung wird nämlich nicht serviert – aus Respekt vor der Kunst.

Die Chamaeleon Bar

Die Chamaeleon Bar

Zusammenfassend kann man sagen:
Die „Wunderkammer“ , von dem Regisseur Yaron Lifschitz inszeniert, ist eine poetische Bildergeschichte aus Licht, Musik und dem atemberaubenden Zusammenspiel der sieben Artisten.

the show will go on!

the show will go on!

 

Es war ein wunderbarer Abend im Chamäleon Theater und ich bin mir sicher, dass das Chamäleon noch so manche Überraschung für uns auf Lager hat! Eine dieser Überraschungen ist, dass Berlinspiriert.de euch mit dem Chamaeleon Theater genau so einen wunderbaren Abend schenken will! Wie wir das machen? Wir verlosen 2×2 Karten für die Wunderkammer im Chamäleon Theater Berlin an euch im „2mal 2u 2weit 2uschauen!“ – Gewinnspiel!

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Inspired by:

Chamaeleon_Theater

Chamaeleon_Theater

 

Chamäleon Theater Berlin
in den Hackeschen Höfen
Rosenthaler Straße 40/41
10178 Berlin-Mitte

www.chamaeleonberlin.de


Größere Kartenansicht

Be Part of the Art!

Be Part of the Art

Der neue Foto – Blog von Berlinspiriert ist online,
check it out now! 😉


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Inspired by:
B.erlin S.ees A.rt 

 http://berlinseesart.blogspot.com/

 

Meine Traumstadt

 

Meine Traumstadt

Das ewige Treiben niemals satt,
denn ich liebe sie,
meine Traumstadt.

Fühl mich manchmal träge,
manchmal matt,
als gäb´s kein Ausweg
aus meiner Traumstadt.

Bin oft durcheinander,
oft verwirrt,
nichts bleibt beinander,
in meiner Traumstadt.

Begraben liegen,
in meinen Gedanken,
finde den Frieden,
mit meiner Traumstadt.

Niemals aufgeben,
jeden Tag aufstehen,
wie könnt ich nur leben,
ohne meine Traumstadt.

Der eine Poet, der andere Banause,
kenn ich sonst nichts,
nenn nur eines mein Zuhause,
meine Traumstadt.

Das ewige Treiben so langsam satt,
trotzdem liebe ich sie,
meine Traumstadt.

von Tatjana Sochowski

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Inspired by:

http://www.hrs.de/hotel/de/berlin/

 

„Zwischen Identität und Authentizität“ – Duden Wettbewerb 2010/2011

 

Zwischen Identität und Authentizität“ – Duden Wettbewerb 2010/2011

Ein Kommentar zur Teilnahme am Duden Nachwuchsjournalisten – Wettbewerb 2010/2011 zum Thema „Kultur in Bewegung“
von Tatjana Sochowski

„Bewegt“ sich Kultur? Wenn sie sich bewegt, bewegt sie sich vorwärts oder rückwärts? Bleibt der Weg der Veränderung, den die Kultur geht, immer der selbe? Oder ändert sich nur die Richtung? Der Richtungswechsel, über den ich schreibe, liegt direkt vor uns.
Wenn wir nicht schon mitten drin stecken. In der sozialen und kulturellen Veränderung, hervorgerufen durch das Internet im Allgemeinen und den „sozialen Medien“, auch „Social
Media“ genannt, im Besonderen.
Im Beispiel “Social Media“, dessen weit verbreitetste Form das „soziale Netzwerk“ ist, entsteht kein neuer Weg der „Nutzbarkeit der Sozialität“ mit Hilfe des Internets, sondern allein die Richtung der Masse, die Ausrichtung, hat sich in diesem Fall geändert.
Geht es nur noch selten um die Menschen, bzw. „Freunde“, als viel mehr darum, im besagten „sozialen Netzwerk“ präsent (und möglichst auch noch aktiv daran beteiligt) zu sein. Für mich heißt das, dass diese Art der Kultur sich nicht bewegt, sie ändert nur ihre Richtung durch die Masse, die dahinter steht.
Das wiederum ergibt für mich einen Widerspruch: Soziale Kompetenzen, Zusammenhalt, „Netzwerke“, also eigentlich schon seit Jahrhunderten Notwendiges tarnt sich nun als Aktualität, als Modetrend. Hier verkauft sich Altes als Neues. Doch liegt der
Widerspruch nicht in den sozialen Medien, sondern bei den Menschen, die diese benutzen. Wenn Absichten und Ergebnisse nicht übereinstimmen, ist das keine Veränderung, das ist lediglich die Vortäuschung einer Veränderung. Dieser Wunsch nach
Veränderung rührt eventuell von der Reizüberflutung, der man sich heute kaum noch entziehen kann. Wir wünschen uns „immer größer; immer toller; immer mehr!“. So kann man durchaus von einer kulturellen Entwicklung sprechen, die vom „Immer da
gewesenen“ und vom Internet beeinflusst wurde, allerdings bringt das allein noch keine „Kultur in Bewegung“. Dass sich richtige Kultur, reales Kulturgut, auch bewegen kann, sollte trotz der Erfindung der Echtzeit – Animation (noch) jedem klar sein. Diese „fassbare“ Kultur ist im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung nämlich gar nicht
so langweilig – die Kultur selbst, in Antlitz und Bewegung, kann sogar doppeldeutig sein, wie diese mit dem oberen Vergleich eingeleitete Geschichte.
Sie beginnt im Berlin der 20er Jahre. Stars wie Charlie Chaplin, Greta Garbo, aber auch „die Dietrich“ oder „die Knef“ verkehrten hier. Nicht einfach irgendwo hier, nein. Sie verkehrten im „Kaisersaal“ im „Grand Hotel Esplanade“, dessen Bau damals bereits 23 Millionen Mark kostete. Jener Saal ist nicht irgendein Saal, denn er hat eine sehr bewegte Geschichte. Auf ihm stützt sich meine These der „Kultur in Bewegung“ und ganz nebenbei wurde der „Kaisersaal“, der in die Berliner Denkmalliste eingetragen ist, nach Kaiser
Wilhelm, dem Zweiten benannt, welcher dort seine exklusiven Herrenabende veranstaltete. In der Zeit der Weimarer Republik war das Hotel mit seinen Sälen sehr beliebt bei den Anhängern der Monarchie. Nach 1933 aber, in der Zeit des Nationalsozialismus, wurde das Hotel gemieden. Vor dem sogenannten Attentat vom 20.
Juli 1944 trafen sich die Verschwörer mehrfach im „Hotel Esplanade“ und warteten dort auf den Ausgang des Anschlages. Albert Speer kündigte 1941 sogar den Abriss an. Im Winter 1944/1945 war das jedoch nicht mehr nötig, da das Hotel bei einem Bombenangriff
nahezu komplett zerstört worden ist. Ein kleiner Teil Kultur von damals blieb jedoch fast unversehrt stehen. Das waren der „Kaisersaal“, der „Frühstückssaal“, das Treppenhaus und die Waschräume. In Mitten des zerstörten Berlins wurde dieser Teil schon in den 50er Jahren als Restaurant und für Veranstaltungen genutzt. Selbst nach dem Bau der Mauer 1961 lief der Betrieb weiter, so zum Beispiel zu sehen im Film „Cabaret“ mit Liza Minnelli von 1972 oder 1986 in „Der Himmel über Berlin“ von Wim Wenders. Nach dem
Fall der Mauer 1989, wurden die Überreste des Hotels unter Denkmalschutz gestellt. Diese Tatsache wurde aber bei den ersten Bauplänen für das bekannte Sony Center am Potsdamer Platz auf Grund “falscher Informationen“ vorerst nicht berücksichtigt. Das
bedeutet: Die Planer des Sony Centers wollten denkmalgeschütztes Kulturgut einfach abreißen und durch etwas Neues ersetzen, genauer gesagt sollten die Überreste des „Grand Hotel Esplanade“ aus dem Weg, um Platz für das stilistische Sony Center zu schaffen. 1993 einigten sich die Investoren schließlich mit der Stadt Berlin auf eine spektakuläre Lösung: Der alte „Kaisersaal“ sollte um 75 Meter verschoben und so in das neue Sony Center integriert werden. Dank modernster computergesteuerter Technik, einer Luftkissen–Konstruktion und verschiedenster neuartiger Technologien wurde dieses Vorhaben sogar möglich gemacht. 1996 gelang der dokumentierte Abbau und anschließend der möglichst originalgetreue Aufbau des historischen Gebäudes 75 Meter
weiter und kostete erneute 75 Millionen Mark. Der ebenfalls erhaltene „Frühstückssaal“ wurde in 500 Einzelteile zerlegt, in ihm befindet sich heute das „Café Josty“. Seien wir mal ehrlich: Altes mit Neuem zu verknüpfen ist auch schon immer da gewesen und auf jeden Fall nichts neues. Deshalb ist „etwas zu bewegen“ auch nur eine Veränderung, solange es vorwärts geht. Nicht nur, dass die Kultur im Falle
des „Kaisersaals“ tatsächlich in Bewegung war, wurde sie auch im übertragenen Sinne in die moderne Zeit „verschoben“. Wie sich die Kultur auch immer bewegen mag, ob nun tatsächlich in der Zeit, im Ort, oder in neuer Technologie – sie entfernt sich immer weiter
von ihrem Ursprung. Ob nun Steine mit Geschichte, oder Bits mit Information, Kultur ist immer in Bewegung und es gilt, deren Existenz für alle zugänglich zu bewahren. Man kann Kultur heute hinter Glas bestaunen, ob nun hinter dem eines Monitors, oder dem Sicherheitsglas, das den „Kaisersaal“ heute in Mitten des modernen Sony Centers allen zugänglich macht und gleichzeitig das Alte vor dem Neuen schützt, also die Kultur vor uns.