Berlinspiriert Kunst: HEARTLANDISH

 

Berlinspiriert Kunst: HEARTLANDISH

In Mitten des Prenzlauer Bergs laden die beiden Kuratorinnen Jule Kaiser und Sabine Schlunk zu einer kleinen Auszeit – einer Reise ins Herzland – kurzum zur Ausstellung „Heartlandish“ in den Projektraum MEINBLAU.

Beide verbrachten lange Zeit in den USA und fanden ihre Zuneigung zur amerikanischen Kunstszene. Sabine Schlunk gründete sogar eine Galerie für zeitgenössische Kunst und Outsider-Art in Nashville, Tennessee. Doch sie wollten mehr. Sie wollten einige dieser Künstler dem europäischen Markt vorstellen, der sich hauptsächlich um das Verkaufen teurer Kunst aus Metropolen dreht.

heartlandish_meinblau_JJ-Jones_2014_ausstellung_berlin_Desert-Human-Snow-Globe,-NM-2010©-JJJones

 JJ Jones, der in den USA aufwuchs, aber auch lange in Europa lebte, spielt in seinen Musikperformances mit den Vorurteilen und Klischees, die beide Kontinente voneinander haben.

Und so holen die beiden das sogenannte „Herzland“, die Mitte der USA, das Land weit ab der großen Städte und Meere, in diesen beschaulichen Teil der Hauptstadt. Ab dem 14. Juni werden die Arbeiten von sieben verschieden und erfahrenen Künstlern gezeigt, darunter sind Autoren, Filmemacher und einige unterrichten Bildende Kunst an Universitäten. Was sie jedoch alle gemeinsam haben, ist, dass sie sich sehr auf den Schaffensprozess, das „Kunst machen“, an sich und lassen sich dabei auch gern einmal mehrere Jahre lang Zeit, bis sie ein Kunstwerk vollendet haben.

Dies ermöglicht ihnen die Ruhe und Gelassenheit des „Herzlandes“. Dort müssen sie sich kaum Sorgen um Gentrifizierung, steigende Lebenshaltungskosten oder Ateliermieten machen und sich so vollkommen der Kunst widmen. Sie lassen sich inspirieren von ihrer kargen Umgebung, ihrem langsamen Alltag und den „einfachen“ Menschen: von Farmern, Rancher, Bauarbeitern oder Verkäuferinnen.

heartlandish_meinblau_Kristi-Hargrove_2014_ausstellung_berlin_Pressed-Flesh-©-Kristi-Hargrove-2009

Kristi Hargrove hat aus einem 2-wöchigen Workshop ein nunmehr fast ein ganzes Jahr andauerndes Projekt geschaffen. Sie tauscht mit Sträflingen aus dem Todestrakt Zeichnungen und Skizzen hin und her und lässt sich so auf einen visuellen Dialog ein, der mehr als Zeitungsberichte oder psychologische Gutachten, die Möglichkeit eines Einblicks bietet.

Genau diese Ruhe, die beim Schaffensprozess an den Tag gelegt wird, spiegelt sich auch in den vielschichtigen Werken wieder und zeigt, dass es sich lohnt, nicht immer auf Schnelllebiges und plakative Schlagzeilen einzugehen.

Noch einmal alle Daten in der Übersicht:
MEINBLAU Projektraum
14. Juni – 06. Juli 2014

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